Die richtige Augenpflege ab 50

Ab 50 wird die Haut um die Augen oft trockener und weniger elastisch. Die dünne, empfindliche Haut an den Augenlidern reagiert leichter auf Inhaltsstoffe, die reizen oder Allergien auslösen. Reinigen Sie sie sanft, versorgen Sie sie mit Feuchtigkeit und tragen Sie tagsüber Sonnenschutz auf. Sie brauchen keine eigene Augencreme, wenn Sie ein für die Augenpartie geeignetes Produkt gut vertragen.

Warum die Augenpartie empfindlich ist

Die dünne Haut an den Augenlidern reagiert schnell mit Brennen, Rötung, Juckreiz oder Schuppung. Auslöser können Augencremes sein, aber auch Make-up, Reinigungsprodukte, Sonnenschutz oder Duftstoffe. Reizstoffe gelangen zudem über die Hände an die Augen, etwa nach dem Umgang mit Nagelprodukten.

Mit zunehmendem Alter wird die Haut häufig trockener und weniger elastisch. Feuchtigkeitspflege kann Trockenheitsfältchen vorübergehend weniger sichtbar machen. Dunkle Schatten, Schwellungen und tiefere Falten haben jedoch unterschiedliche Ursachen. Eine Creme kann nicht jede davon beeinflussen.

Wirkstoffe für die Augenpartie

Bei trockener Haut eignen sich Feuchtigkeitspflege und Inhaltsstoffe, die die Hautbarriere unterstützen. Hyaluronsäure bindet Wasser. Ceramide stärken die Hautbarriere, also die natürliche Schutzschicht der Haut. Beide kommen in Feuchtigkeitscremes vor; ihre Nennung auf der Packung garantiert allerdings nicht, dass ein Produkt für jede Augenpartie verträglich ist. Auch die übrigen Inhaltsstoffe und die gesamte Formulierung zählen.

Niacinamid, auch Vitamin B3 genannt, wird in der Hautpflege gegen ungleichmäßige Pigmentierung und feine Linien eingesetzt. Für Vitamin C und andere Antioxidantien gibt es Hinweise auf einen ergänzenden Nutzen bei lichtbedingten Hautveränderungen. Einige Studien untersuchen die Gesichtshaut allgemein und richten sich nicht gezielt auf Produkte für die Augenpartie. Diese Wirkstoffe ersetzen keinen Sonnenschutz.

Retinol gehört zu den Retinoiden, einer Gruppe von Wirkstoffen, die bei feinen Linien und lichtbedingten Hautveränderungen helfen können. Retinoide reizen die Haut aber auch und können Trockenheit, Brennen, Rötung oder Schuppung auslösen. Verwenden Sie ein Retinolprodukt nur dann in Augennähe, wenn es ausdrücklich für diese Partie vorgesehen ist. Halten Sie sich an die Produktangaben und tragen Sie es nicht bis an den Lidrand oder ins Auge auf. Bei sehr empfindlicher oder entzündeter Haut sollten Sie vorher ärztlichen Rat einholen.

Augenpflege morgens und abends

Morgens: Reinigen Sie das Gesicht sanft. Bei trockener, empfindlicher Haut reicht eine milde Reinigung; rubbeln Sie die Augenpartie nicht. Tragen Sie anschließend eine dünne Schicht einer gut verträglichen Feuchtigkeitscreme auf. Verteilen Sie die Creme mit leichtem Druck, zum Beispiel mit dem Ringfinger. Tragen Sie tagsüber einen breitbandigen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher auf, der vor UVA- und UVB-Strahlen schützt. Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz schützt zusätzlich die Augenpartie. Vermeiden Sie direkten Kontakt von Sonnenschutz mit den Augen. Bei empfindlicher Haut können mineralische Filter mit Zinkoxid oder Titandioxid eine Option sein.

Abends: Entfernen Sie Make-up und Sonnenschutz behutsam, ohne die Haut zu ziehen oder zu rubbeln. Tragen Sie danach Ihre Feuchtigkeitscreme auf. Wenn Sie ein für die Augenpartie formuliertes Retinoid ausprobieren möchten, führen Sie es langsam und nach Packungsangabe ein. Bei anhaltender Reizung setzen Sie es ab. Es gibt keine Häufigkeit, die für alle Retinoidprodukte rund um die Augen und alle Hauttypen passt.

Reizungen an den Augenlidern vermeiden

Führen Sie nicht mehrere neue Pflegeprodukte gleichzeitig ein. Sonst lässt sich schwer erkennen, welches Produkt eine Reaktion ausgelöst hat. Testen Sie ein neues Produkt zunächst an einer kleinen Hautstelle am Unterarm: Die American Academy of Dermatology empfiehlt, es dort zweimal täglich über vier bis fünf Tage anzuwenden. Ein unauffälliger Test schließt eine spätere Reaktion an den Augenlidern nicht sicher aus.

Brennen oder Stechen sind kein Zeichen dafür, dass ein Produkt wirkt. Treten solche Beschwerden auf, lassen Sie das Produkt weg. Achten Sie auch auf Duftstoffe und ätherische Öle, wenn Ihre Haut empfindlich reagiert. Kratzen und Reiben verstärken die Belastung der Lidhaut.

Bei anhaltendem Juckreiz, Ausschlag, Schwellung oder Schuppung setzen Sie die verdächtigen Kosmetikprodukte vorübergehend ab. Wiederkehrende oder ausgeprägte Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Eine Untersuchung kann helfen, eine allergische Kontaktreaktion von anderen Ursachen zu unterscheiden.

Was Pflege leisten kann

Feuchtigkeitspflege glättet trockene Haut vorübergehend, und Sonnenschutz hilft, vorzeitigen lichtbedingten Hautveränderungen vorzubeugen. Kosmetische Produkte lassen Falten meist nur begrenzt zurückgehen. Veränderungen wie Volumenverlust oder ausgeprägte Schwellungen lassen sich mit einer Creme nicht zuverlässig beheben.

Halten Sie Ihre Pflege einfach: Nutzen Sie nur Produkte, die Sie gut vertragen, und ergänzen Sie sie erst um einen Wirkstoff, wenn Sie ein konkretes Pflegeziel haben. Eine teure oder separate Augencreme ist nicht automatisch wirksamer als eine verträgliche Feuchtigkeitscreme, die für die Augenpartie geeignet ist.