Soziale Netzwerke ermöglichen es, Nachrichten zu schreiben, Fotos zu teilen, Bekannte wiederzufinden und Interessengruppen zu besuchen. Wenn Sie mit der Familie in Kontakt bleiben möchten, können Sie damit anfangen. Wenige Profilangaben und passende Privatsphäre-Einstellungen schützen persönliche Daten.
Menschen ab 50 bringen unterschiedliche Erfahrungen mit digitalen Angeboten mit. Mit einem Konto können Sie die wichtigsten Funktionen kennenlernen und in Ihrem eigenen Tempo Kontakte knüpfen.
Das passende Netzwerk finden
Wählen Sie ein Netzwerk danach aus, was Sie dort tun möchten und welche Menschen Sie erreichen wollen. Wenn Verwandte oder Bekannte bereits einen bestimmten Dienst nutzen, ist das oft ein praktischer Ausgangspunkt. Für den Austausch über ein Hobby kann eine passende Gruppe wichtiger sein als die Zahl der persönlichen Kontakte.
Eine Studie aus dem Jahr 2024 untersuchte, wie Menschen ab 60 in Deutschland Medien nutzen. Von den Befragten, die soziale Netzwerke nutzten, verwendeten 73 Prozent Facebook. Instagram gewann in dieser Nutzergruppe ebenfalls an Bedeutung. Die Zahlen gelten für diese Altersgruppe und diese Studie. Sie zeigen nicht, welches Netzwerk am besten zu einer einzelnen Person passt.
Auch ohne Konto lässt sich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Soziale Netzwerke sind eine Möglichkeit, Kontakte zu pflegen, aber kein Ersatz für persönliche Begegnungen. Die verfügbaren Studien belegen nicht, dass ihre Nutzung Einsamkeit zuverlässig verringert.
Ein Profil im sozialen Netzwerk einrichten
Beginnen Sie mit einem einzigen Konto und entscheiden Sie vorher, wofür Sie es nutzen möchten. Für den Kontakt mit der Familie brauchen Sie zum Beispiel keine ausführliche öffentliche Biografie. Laden Sie die App nur aus dem offiziellen App-Shop Ihres Geräts herunter oder rufen Sie die Internetseite des Anbieters direkt auf.
Bei der Anmeldung fragt der Dienst nach bestimmten Angaben, zum Beispiel nach Ihrer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. Füllen Sie weitere Profilfelder nur aus, wenn sie für Ihren Zweck nötig sind. Eine Wohnadresse, den vollständigen Geburtstag oder andere sensible Angaben müssen Sie nicht öffentlich eintragen. Ein Profilbild ist freiwillig; wählen Sie ein Bild, mit dem Sie sich wohlfühlen.
Nutzen Sie ein eigenes, schwer zu erratendes Passwort, das Sie nicht bei anderen Diensten verwenden. Wenn der Anbieter eine zusätzliche Bestätigung bei der Anmeldung anbietet, richten Sie diese ein. Teilen Sie Bestätigungscodes niemals mit anderen Personen, auch nicht mit jemandem, der sich als Kundendienst ausgibt.
Bevor Sie etwas veröffentlichen, prüfen Sie, wer Ihr Profil und Ihre Beiträge sehen kann. Schreiben Sie zunächst einer vertrauten Person oder lesen Sie in einer Interessengruppe mit. So lernen Sie Nachrichten, Kommentare und Beiträge kennen, ohne gleich etwas für viele Menschen sichtbar zu machen.
Privatsphäre einstellen
Suchen Sie in den Einstellungen nach Bereichen wie „Privatsphäre“, „Sichtbarkeit“ oder „Sicherheit“. Die Namen und Positionen der Menüpunkte unterscheiden sich je nach Netzwerk und ändern sich mitunter. Prüfen Sie deshalb die aktuellen Einstellungen direkt in der verwendeten App, statt sich allein auf ältere Bildschirmfotos zu verlassen.
Stellen Sie die Sichtbarkeit Ihrer Beiträge so ein, dass nur der gewünschte Personenkreis sie sieht. Prüfen Sie auch, wer Ihre Freundes- oder Kontaktliste, Fotos und persönlichen Angaben sehen kann. Wenn nur wenige Menschen Ihre Freundesliste sehen, können Betrüger Ihre Kontakte schwerer für gefälschte Anfragen kopieren. Sie verhindert solche Versuche jedoch nicht vollständig.
Überlegen Sie vor jedem Beitrag, ob darin persönliche Informationen stehen oder zu sehen sind. Ein Foto kann beispielsweise Hinweise auf Ihren Wohnort oder Ihre Abwesenheit geben. Auch die automatische Übernahme des Telefonadressbuchs sollten Sie nicht unbedacht einschalten: Dabei werden Kontaktdaten von Menschen an den Anbieter übertragen, die selbst vielleicht gar kein Konto dort haben.
Schauen Sie ab und zu wieder in die Einstellungen, besonders nach Änderungen an der App oder am Dienst. Eine Anleitung kann beim Verständnis helfen, aber ältere Schritt-für-Schritt-Bilder zeigen möglicherweise andere Menüs als Ihr Gerät.
Kontakte bewusst pflegen
Nehmen Sie nur Anfragen an, bei denen Sie erkennen, wer dahintersteht. Ein vertrauter Name und ein bekanntes Foto reichen dafür nicht immer: Betrüger kopieren Profile und schreiben dann die Kontakte der betreffenden Person an. Bei einer zweiten Anfrage von jemandem, mit dem Sie bereits verbunden sind, fragen Sie über eine bekannte Telefonnummer oder einen anderen vertrauten Weg nach.
Teilen Sie persönliche Einzelheiten schrittweise. Bei vielen Netzwerken können Sie für jeden Beitrag einzeln festlegen, wer ihn sehen darf. Prüfen Sie diese Auswahl vor dem Absenden, besonders wenn Sie ein Foto oder eine Information über andere Personen teilen.
Der Kontakt muss nicht viel Zeit kosten. Eine Nachricht, ein Kommentar oder die Teilnahme an einer vertrauten Gruppe genügt als Anlass für den Austausch. Wenn Sie nicht möchten, dass ein Anbieter Ihr Adressbuch erhält, suchen Sie in den Einstellungen nach der Kontaktsynchronisierung und lassen Sie sie ausgeschaltet.
Betrugsversuche erkennen
Betrugsnachrichten erzeugen häufig Zeitdruck oder verlangen Geld, Zugangsdaten oder Bestätigungscodes. Halten Sie inne, wenn jemand plötzlich eine Notlage schildert, einen schnellen Gewinn verspricht oder Sie zu einem Link drängt. Prüfen Sie die Behauptung über einen zweiten, bereits bekannten Kontaktweg.
Achten Sie besonders auf diese Warnzeichen:
- Eine angeblich vertraute Person schreibt von einer neuen Nummer und bittet dringend um Geld. Rufen Sie unter der bisher bekannten Nummer zurück.
- Wenn jemand einen SMS-Code oder ein Einmalpasswort verlangt, geben Sie es nicht weiter.
- Eine Online-Bekanntschaft baut rasch Nähe auf und bittet später um Geld, Gutscheine oder Kryptowährungen. Überweisen Sie nichts, wenn Sie die Person nie persönlich getroffen haben.
- Ein Angebot in sozialen Netzwerken verspricht schnellen und sicheren Gewinn. Solche Versprechen sind ein Warnsignal. Bei einer Geldanlage können Sie das gesamte eingesetzte Geld verlieren.
- Eine Sprachnachricht, ein Bild oder ein Video wirkt überzeugend, enthält aber eine ungewöhnliche Forderung. Auch vertraut klingende Stimmen und echte wirkende Aufnahmen können manipuliert sein.
Gehen Sie dann so vor: Machen Sie eine Pause, öffnen Sie keine verdächtigen Links, geben Sie keine Codes weiter und senden Sie kein Geld. Prüfen Sie die Nachricht anschließend über einen Kontaktweg, den Sie bereits kennen. Eine vertraute Stimme oder ein Profilfoto allein bestätigt die Identität nicht.
Wenn Sie bereits Geld überwiesen oder einen Code geteilt haben, sprechen Sie zeitnah mit Ihrer Bank und sichern Sie das betroffene Konto. Melden Sie den Vorfall außerdem dem Netzwerk und wenden Sie sich bei Betrugsverdacht an die Polizei. Betrüger setzen gezielt auf Täuschung und Zeitdruck, deshalb müssen Sie sich nicht schämen.
Mit sozialen Netzwerken in Ruhe anfangen
Fangen Sie mit etwas Kleinem an, etwa einer Nachricht an eine vertraute Person oder dem Besuch einer Gruppe zu Ihrem Hobby. Wenn Sie bei einer Einstellung unsicher sind, bitten Sie eine Person Ihres Vertrauens, gemeinsam mit Ihnen daraufzuschauen. Geben Sie dabei kein Passwort und keinen Bestätigungscode weiter.
Die Nutzung sozialer Netzwerke nimmt auch bei älteren Menschen zu, bleibt aber unterschiedlich: In der ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzten 53 Prozent der 50- bis 69-Jährigen soziale Medien mindestens wöchentlich. Eine andere Studie ergab, dass 13 Prozent der Menschen ab 60 im Jahr 2024 nicht online waren. Die Erhebungen betrachten unterschiedliche Altersgruppen und Nutzungsformen; ihre Werte lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen.