Kurze Zusammenfassung der Theorie der Krankenpflege nach Hildegard Peplau

Damit ein Patient von einer Erkrankung oder einer Operation vollständig genesen kann, ist nicht nur die medizinische Behandlung im engeren Sinne notwendig. Auch die Pflege spielt dabei eine bedeutende Rolle. Um die dabei zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen, entwickelte die amerikanische Krankenschwester und Professorin Hildegard Peplau ein umfassendes Pflegemodell, das noch heute die Grundlage der pflegerischen Arbeit bildet, beispielsweise im Seniorenheim Haus Geborgenheit.

Pflege als therapeutischer Prozess

Hildegard Peplau erkannte im Rahmen ihrer Arbeit, dass Pflegekräfte während ihrer pflegerischen Tätigkeit auch auf einer persönlichen Ebene mit den Patienten interagieren. Dabei nehmen sie automatisch unterschiedliche Rollen ein und entwickeln eine Beziehung zu den betreuten Personen, die deren Genesungsprozess beeinflussen kann. Als feste Bezugspersonen sind Pflegekräfte dabei gleichzeitig Lehrer bezüglich medizinischer Fragen, Quellen für die Befriedigung von Alltagsbedürfnissen, Berater und Ersatz für andere Personen aus dem Privatleben der Patienten, die nicht verfügbar sind. Dadurch ergeben sich komplexe interpersonelle Prozesse, weshalb die Pflegetheorie von Hildegard Peplau in Zusammenfassung auch psychodynamische Krankenpflege genannt wird.

Phasen der Pflegebeziehung

Gemäß Hildegard Peplau verläuft die Beziehung zwischen dem Pflegenden und dem Patienten in vier Phasen ab. In der ersten, der Orientierungsphase, findet das Kennenlernen statt. Dabei unterstützt die Pflegekraft den Patienten dabei, seine Bedürfnisse zu erkennen und zu benennen. Während der Identifikationsphase, die in den Zeitraum der intensiven Pflege fällt, entwickelt der Patient ein Vertrauensverhältnis zu der Pflegekraft. Aus diesem Vertrauen heraus kann er dann in der Nutzungsphase genesen und schrittweise Strategien für den Umgang mit der Erkrankung entwickeln. Schließlich kann der Patient in der Ablösungsphase wieder Verantwortung für sich selbst übernehmen und sich nach erfolgter Genesung neue Ziele setzen.

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