Im Alter weit verbreitet: Die mediale Gonarthrose

Das Knie ist ein hoch beanspruchtes Gelenk. Es ist so aufgebaut, dass es komplexe Bewegungen ausführen kann, die zugleich Drehen, Gleiten und Rollen erfordern. Der Verschleiß der knorpeligen Gelenkflächen, die Kniegelenksarthrose oder Gonarthrose, ist die häufigste Form der Gelenkarthrose.

Fast ein Viertel der über 65-Jährigen betroffen

Von medialer Gonarthrose spricht der Mediziner, wenn die innere (mediale) Seite des Gelenks betroffen ist. Sie steht im Gegensatz zur lateralen (äußeren) Gonarthrose sowie zu einer Arthrose im Kniescheibengelenk (Retropatellararthrose). Der Verschleiß ist vielfach altersbedingt. In der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt die sogenannte Lebenszeitprävalenz bei 23 %. Das bedeutet, jeder vierte Senior leidet an Knieschmerzen, die sich häufig in Form von Anlaufbeschwerden am Morgen oder nach langem Sitzen bemerkbar machen, oder auch beim Treppensteigen und beim Gehen auf unebenem Gelände. Übergewicht beschleunigt den Krankheitsverlauf.

Operative Therapie erforderlich

Die mediale Gonarthrose wird in vier Stadien unterteilt. Zunächst gibt es nur eine leichte Auffaserung des Knorpels. Diese vergrößert sich in Stadium zwei, und es entstehen Einrisse. Im dritten Stadium ist das Gelenk bereits nicht mehr tragfähig, und es sind tiefe Defekte bis auf den Knochen erkennbar, bis schließlich im letzten Stadium der Knochen freiliegt. In den meisten Fällen muss das Knie operiert werden. Die gängigste Therapie ist eine Total-Endoprothese, also ein Implantat, das das geschädigte Knie ersetzt.

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