Versicherungen im Alter: Welche lohnen sich und welche nicht?

Das Thema Versicherungen schiebt man gerne vor sich her. Wenn einem ein Risiko nicht direkt durch einen Vorfall vor Augen geführt wird, denkt man kaum daran. Doch mit fortschreitendem Alter mehren sich diese Vorfälle. Was ist, wenn ich kurz vor der Rente wegen einer Verletzung meine Arbeit nicht mehr ausführen kann? Wie kann ich vorsorgen, damit meine Pflege gewährleistet und meine Angehörigen nicht finanziell belastet werden? Auch wenn viele Versicherungen mit steigendem Beitrittsalter teurer werden, können sie sich unter Umständen lohnen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die deutsche gesetzliche Sozialversicherung hat sich über die Jahre langsam aus der Finanzierung eines gleichbleibenden Lebensstandards bei Berufsunfähigkeit zurückgezogen. Alle Menschen, die bis zum 2. Januar 1962 geboren sind, haben noch einen kleinen Anspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn sie beispielsweise durch einen Unfall oder durch psychische Belastung berufsunfähig werden. Doch für die meisten Menschen bedeuten diese Vorfälle über kurz oder lang, dass sie von der staatlichen Mindestsicherung leben müssen.

Private Berufsunfähigkeitsversicherungen leisten hier deutlich mehr. Auch wenn man nur noch wenige Jahre bis zur Rente hat, kann es sich daher lohnen, eine solche Police abzuschließen. Die Beträge steigen mit dem Beitrittsalter, da hier die Zahl der Betroffenen höher ist. Dennoch lohnt es sich, Vergleiche anzustellen, um etwaige Lohnausfälle in den letzten Jahren vor der Rente abfedern zu können.

Zusatzpflegeversicherung

Die Kosten, die aufkommen, sollte man zu einem Pflegefall werden, werden eigentlich durch die gesetzliche Krankenkasse gedeckt. Doch die Ansprüche geltend zu machen ist aufwändig und für viele Leistungen muss man regelrecht kämpfen oder sie am Ende doch selbst bezahlen. Viele Menschen schließen daher eine private Zusatzpflegeversicherung ab, die den gesetzlichen Schutz ergänzt. Hier kann man zwischen drei Varianten unterscheiden:

  • Pflegerentenversicherungen schütten eine monatliche Rente aus, sobald ein zuvor festgelegter Pflegegrad erreicht wird. Sie sind recht teuer und sollten früh abgeschlossen werden.
  • Pflegekostenversicherungen ergänzen die gesetzliche Pflegeversicherung und decken Kosten ab, die diese nicht trägt. Dies dient vor allem der Entlastung von Angehörigen, die für zusätzliche Kosten nicht mehr belangt werden müssen.
  • Pflegetagegeldversicherungen sind beliebt, da hier der Aufwand der Geltungsmachung nicht sehr groß ist. Sobald man eine Pflegebedürftigkeit erreicht, bekommt man ein Tagegeld ausgezahlt. Der Vorteil an einer solchen Police ist, dass man die Art der Pflege selbst bestimmen kann und nicht an die Vorgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung gebunden ist.

Auch bei diesen Versicherungen ist anzuraten, sie früh abzuschließen, da die Beiträge dann niedriger ausfallen. Trotzdem können sich auch diese Versicherungen im Alter noch lohnen, um Sicherheit zu schaffen und Angehörige zu entlasten.

Sterbegeldversicherung

Der Entlastung von Angehörigen dient auch die Sterbegeldversicherung. Sie wird auch als Bestattungsversicherung bezeichnet und dient, wie der Name sagt, der Finanzierung des eigenen Begräbnisses. Sterbegeldversicherungen sind Kapitallebensversicherungen mit einer geringen Versicherungssumme. Sie ist vor Pfändung und vor der Verwendung als Pflegefinanzierung geschützt und kommt so sicher den Angehörigen zu, auch wenn man selbst im Alter in finanzielle Nöte gerät. Die Policen lassen meist flexibel festlegbare Einzahlungsdauern zu. Der Versicherungsschutz ist dann auch nach Ende der letzten vereinbarten Zahlung noch gegeben. So kann man beispielsweise festlegen, dass alle Beiträge mit Eintritt ins Rentenalter abgeleistet sind und erhält trotzdem die Garantie, Angehörige zu entlasten und für ein angebrachtes Begräbnis vorzusorgen. Bei Sterbegeldversicherungen können sich auch späte Eintrittszeitpunkte lohnen, um diese Sicherheiten zu schaffen.

Alte Versicherungen prüfen

Gerade, wenn man in das Rentenalter eintritt, lohnt es sich, bestehende Policen zu überprüfen. Ein gutes Beispiel ist die KFZ-Haftpflichtversicherung, deren Beiträge sich oft an den gefahrenen Kilometern im Jahr orientieren. Fällt dank Rente eine Pendelstrecke weg, kann es sich lohnen, die Kilometeranzahl in der Police anzupassen und so gegebenenfalls weniger Beiträge zahlen zu müssen. Umgekehrt sollte schon vorher überprüft werden, ob eine vor längerer Zeit abgeschlossene Hausratsversicherung noch genügend Deckung bietet, schließlich sammelt man im Laufe der Zeit viele Gegenstände an und der Wert des Hausrats steigt.

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