Immobilien als Altersvorsorge

Bereits in jungen Jahren ist das Thema Altersvorsorge allgegenwärtig. Neben der gesetzlichen Rente empfehlen Finanzexperten auch die private Vorsorge, um für alle Eventualitäten im Ruhestand gewappnet zu sein. Neben der staatlich geförderten Riester-Rente und der klassischen Kapitallebensversicherung gehört auch der Erwerb einer Immobilie zu einer beliebten Form der Altersvorsorge. Jeder Vierte investiert in den Kauf eines Eigenheims, um sich für das Alter abzusichern und nach der Finanzierung der Immobilie mietfrei leben zu können. Der Immobilienbesitz ist jedoch gerade im Alter nicht nur mit Vorteilen verbunden. Vor allem für Senioren können sich die Nachteile auch existenziell auf das Lebenswerk auswirken und die Altersvorsorge gefährden. Gerade deshalb empfiehlt es sich in solchen Fällen auf einen Immobilienberater mit Expertise zu vertrauen.

Wert der Immobilie – Schwankungen langfristig kalkulieren

Bei der Altersvorsorge handelt es sich um eine langfristige Form der Vermögensanlage. Das bedeutet, dass das Vermögen im Laufe des Berufslebens aufgebaut wird, um im Ruhestand davon zehren zu können. Im Falle eines Immobilienerwerbs bedeutet dies, dass das Eigenheim zum Beispiel verkauft oder vermietet wird. Für die bestmögliche Absicherung im Alter sollten die Erträge der Anlage im Ruhestand jedoch weitestgehend stabil sein. In der Aufbauphase können Wertschwankungen hingegen noch abgefedert werden, in der Verzehrphase hingegen ist die Stabilität von enormer Wichtigkeit.

In den vergangenen Jahren sind die Immobilienpreise mitunter starken Schwankungen ausgesetzt gewesen. Während früher eine Immobilie in bevorzugter Wohnlage als sicheres Anlageobjekt galt, spielt heute auch die Region eine entscheidende Rolle. Viele Regionen beklagen immer weiter sinkende Einwohnerzahlen aufgrund von Abwanderung. Gerade junge Menschen entscheiden sich oftmals gegen ländliche Gegenden und bevorzugen Vororte mit einer gut ausgebauten Infrastruktur. Selbstverständlich lässt sich der Wertverlust einer Immobilie nicht 30 Jahre im Voraus exakt einschätzen, doch bietet die LILA-Lage ein gewisses Maß an Sicherheit. Die Abkürzung LILA steht für eine attraktive Landschaft, eine gute Infrastruktur, eine hohe Lebensqualität und eine sichere Arbeit. Wird die Immobilie nach diesen Kriterien ausgewählt, ist ein hoher Wertverlust eher unwahrscheinlich.

Folgekosten im Alter frühzeitig einplanen

Nicht nur die Finanzierung der Immobilie sollte gut durchdacht sein, auch die Folgekosten, die im Alter auf die Eigentümer zukommen, müssen bei der Altersvorsorge berücksichtigt werden. So fallen neben Aufwendungen für die Instandhaltung unter Umständen auch Kosten für einen altersgerechten Umbau an. Gerade, wenn die Immobilie die einzige Form der Altersvorsorge darstellt, können die Folgekosten im Ruhestand zu einem existenziellen Risiko werden. Finanzexperten sprechen in diesem Fall von einem Klumpenrisiko. Das bedeutet, das gesamte Vermögen wird in nur eine Anlageform investiert, was wiederum ein hohes Risiko für die Anleger birgt. Damit sich der Immobilienkauf im Alter nicht als Fehlentscheidung entpuppt, sollte die Altersvorsorge immer breit gefächert sein und neben dem Erwerb des Eigenheims zum Beispiel auch in eine Kapitalanlage investiert werden.

Mietimmobilien bieten höchstmögliche Flexibilität

Gerade in jungen Jahren möchten sich viele Berufstätige nicht örtlich binden. Eine gemietete Immobilie ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität beim Wohnortwechsel, die bei einem Eigenheim nicht gegeben ist. Ein Wiederverkauf des Eigenheims nach nur wenigen Jahren ist aus finanzieller Sicht nicht rentabel und sollte daher, wenn möglich, vermieden werden. Dem gegenüber steht jedoch die schwierige Wohnraumsituation, die in vielen deutschen Städten momentan herrscht. So ist es etwa problematisch, bezahlbaren Wohnraum zu finden und der Wohnungsmarkt beinhaltet längst nicht so viele Angebote wie nachgefragt werden.

Die Verzehrphase – diese Möglichkeiten bietet die Immobilie als Altersvorsorge

Nicht jeder Eigenheimbesitzer möchte die Immobilie im Alter verkaufen, um den Ruhestand von dem Verkaufserlös bestreiten zu können. Neben dem Verkauf gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie die Immobilie als Altersvorsorge fungieren kann.

Eine Möglichkeit ist zum Beispiel die Aufnahme einer Umkehrhypothek. In diesem Fall beantragt der Besitzer ein Darlehen, bei dem, wie bei einer klassischen Hypothek auch, die Immobilie als Sicherheit dient. Im Falle eines Ablebens des Immobilienbesitzers, geht das Eigenheim an die Bank. Eventuelle Erben gehen bei der Umkehrhypothek leer aus, daher sollte dies im Vorfeld auf jeden Fall berücksichtigt werden. Zudem veranschlagen die Banken in der Regel einen geringeren Wert als die Immobilie auf dem Markt tatsächlich erbringen würde, um sich gegen ein Verlustrisiko abzusichern.

Eine weitere Möglichkeit ist der Verkauf gegen eine Leibrente. Hierbei wechselt die Immobilie zwar den Besitzer, aber der Verkäufer behält ein lebenslanges Wohnrecht und die Risiken des Immobilienbesitzes, wie etwa Kosten für Reparaturen, gehen an den neuen Eigentümer über. Im Gegenzug erhält der ehemalige Besitzer eine monatliche Leibrente, die den Lebensunterhalt im Ruhestand sichert.

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